{"id":542,"date":"2010-02-15T10:37:55","date_gmt":"2010-02-15T08:37:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eisner-elearning.at\/40_vorwaerts\/?p=542"},"modified":"2010-02-15T10:37:55","modified_gmt":"2010-02-15T08:37:55","slug":"realitat-und-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/?p=542","title":{"rendered":"Realit\u00e4t und Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>Wenn heute von Lebensarbeitszeit, Arbeitsf\u00e4higkeit und lebensphasengerechter Arbeitsorganisation gesprochen wird, dann ist es angebracht, Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeiten aus der historischen Entwicklung mit zu beachten. Die wohl zentralsten Punkte sind dabei,<\/p>\n<ul>\n<li>die mehr als doppelt so hohe Lebenserwartung (s.u.) innerhalb von 4-5 Generationen, und<\/li>\n<li>die reale und noch drastischer ausfallende relative Verk\u00fcrzung der Lebensarbeitszeit (s.u.).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Umfassend gesehen wurde bis dato keinesfalls in ausreichender Weise auf diese ver\u00e4nderten Gegebenheiten reagiert. Neben erforderlichen gesellschaftspolitischen Ma\u00dfnahmen sind dabei die Organisationen selbst gefordert, diese ver\u00e4nderten Tatsachen wahrzunehmen und in angemessener Weise ihre Strukturen darauf anzupassen. Die Arbeitswissenschaft nimmt diese Gegebenheit mit zwei Ans\u00e4tzen wahr. Das eine ist die Verhaltenspr\u00e4vention und das zweite die Verh\u00e4ltnispr\u00e4vention (vgl. Wirsing, 2010). D.h., dass die notwendigen Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt nur durch notwendige Ver\u00e4nderungen im individuellen Verhalten des Einzelnen, als auch durch systematische Anpassung unserer Arbeitsverh\u00e4ltnisse in den Organisationen zum Anderen, geleistet werden kann.<strong> Generationenmanagement<\/strong> mit dem Ziel einer<strong> lebensphasengerechten Arbeitsorganisation<\/strong> stellt hier einen probaten wirksamen Ansatz dar. <strong><a href='http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/?page_id=300' title='Themenbaukasten'>M\u00f6gliche Bausteine<\/a><\/strong> f\u00fcr die Realisierung solcher Konzepte finden sie auch in diesem Blog gelistet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">\n<hr style=\"width: 700px;\" \/>Zitate zur historischen Entwicklung:<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: small;\">Von Bismarck bis Riester: Eine kurze Chronik der gesetzlichen Rente<\/span><\/strong><\/p>\n<p>114 Jahre ist die gesetzliche Rente inzwischen alt \u2013 und sie hat viele Ver\u00e4nderungen und Reformen erlebt. Erfahren Sie hier, wie die Rente in Deutschland einmal ausgesehen hat und wie sie sich heute pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p><strong>1889 \u2013 Die Geburt der deutschen Rente<\/strong><br \/>\nIm Jahr 1889 verabschiedet der Reichstag das erste deutsche Invalidit\u00e4ts- und Altersversicherungsgesetz. Alle Arbeitnehmer zwischen 16 und 70 Jahren und deren Arbeitgeber sind ab sofort verpflichtet, in die Rentenkasse einzuzahlen. Die Rente fungiert zu dieser Zeit eher als kleines Zubrot: Bei einem Gehalt von 350 bis 550 Mark im Monat erh\u00e4lt ein Arbeiter eine monatliche Rente von nur 11,25 Mark. Ausgezahlt wird die Rente mit Vollendung des 70. Lebensjahres. Die durchschnittliche Lebenserwartung zu dieser Zeit liegt allerdings bei nur 40 Jahren.<\/p>\n<p><a title=\"Von Bismarck bis Rister\" onclick=\"window.open('http:\/\/www.fidelity-meinplan.de\/wissen\/altersvorsorge\/gesetzliche-rente\/geschichte-der-rente.html','http:\/\/www.fidelity-meinplan.de\/wissen\/altersvorsorge\/gesetzliche-rente\/geschichte-der-rente.html','width=700,height=600');return false;\" href=\"http:\/\/www.fidelity-meinplan.de\/wissen\/altersvorsorge\/gesetzliche-rente\/geschichte-der-rente.html\" target=\"_blank\">Lesen Sie weiter &#8230;<\/a><\/p>\n<p>Zitat verf\u00fcgbar unter: http:\/\/www.fidelity-meinplan.de\/wissen\/altersvorsorge\/gesetzliche-rente\/geschichte-der-rente.html [Datum des Zugriffs: 13. Februar 2010]<\/p>\n<table class=\"aligncenter\" style=\"width: 649px; height: 411px;\" border=\"0\">Entwicklung der Lebenserwartung<\/p>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Frauen<\/td>\n<td>M\u00e4nner<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Jahrg\u00e4nge<\/td>\n<td>Jahre Lebenserwartung<\/td>\n<td>Jahre Lebenserwartung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1868\/71<\/td>\n<td>36,2<\/td>\n<td>32,7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1879\/82<\/td>\n<td>36,7<\/td>\n<td>33,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1889\/92<\/td>\n<td>38,6<\/td>\n<td>36,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1899\/1902<\/td>\n<td>43,4<\/td>\n<td>40,6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1909\/12<\/td>\n<td>46,8<\/td>\n<td>43,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1930\/33<\/td>\n<td>58,5<\/td>\n<td>54,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1949\/51<\/td>\n<td>67,0<\/td>\n<td>61,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1959\/61<\/td>\n<td>72,0<\/td>\n<td>65,6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1970\/72<\/td>\n<td>73,7<\/td>\n<td>66,6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1980\/82<\/td>\n<td>76,4<\/td>\n<td>69,2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1990\/92<\/td>\n<td>79,0<\/td>\n<td>72,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>2000\/2002<\/td>\n<td>81,5<\/td>\n<td>75,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Prognose 2010<\/td>\n<td>83,4<\/td>\n<td>78,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Prognose 2020<\/td>\n<td>85,2<\/td>\n<td>80,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Prognose 2030<\/td>\n<td>86,8<\/td>\n<td>82,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\">Quelle: Statistik Austria, Bev\u00f6lkerungsprognose 2009, Hauptvariante. Erstellt am 11.02.2010 und Statistik Austria, Demografische Tafeln, Bearbeitungsstand: 02.09.2008<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wie die unten stehende Grafik noch einmal verdeutlicht, hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung seit den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts mehr als verdoppelt. Als einer der Vorg\u00e4nger des \u00d6sterrreichischen Pensionssystems kann die von Bismark begr\u00fcndete Rentenversicherung angesehen werden. Im Prinzip fu\u00dft das \u00f6sterreichische Pensionssystem auf der josefinischen Beamtenpension und der 1938 eingef\u00fchrten deutschen Altersrente die nach 1945 in die zweite Republick \u00fcbernommen und beibehalten wurde (s.u.).<\/p>\n<div class=\"mceTemp\">\n<dl id=\"attachment_553\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"width: 655px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a href=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Grafik-Lebenserwartung.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-553 \" title=\"Grafik-Lebenserwartung\" src=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Grafik-Lebenserwartung-1024x624.jpg\" alt=\"Historische Demografische Entwicklung\" width=\"645\" height=\"393\" srcset=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Grafik-Lebenserwartung-1024x624.jpg 1024w, http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Grafik-Lebenserwartung-300x183.jpg 300w, http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Grafik-Lebenserwartung.jpg 1147w\" sizes=\"(max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/a><\/dt>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p><strong>Entstehung des Pensionssystems <\/strong>(in \u00d6sterreich (Anm. d. Verf.))<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Im 19. Jahrhundert begann sich die staatliche Verwaltung zu rationalisieren, individuelle L\u00f6sungen wurden schwieriger. &#8222;Allm\u00e4hlich wurde es Regel, dass man zu einem kalendarischen Alter ausschied&#8220;, erl\u00e4utert Josef Ehmer. In \u00d6sterreich besteht seit josephinischer Zeit das Modell der Beamtenpension, 1906 folgte eine Ausweitung auf Angestellte (damals Privatbeamte). Die Altersrente f\u00fcr Arbeiter wurde 1938 nach deutschem Modell von den Nationalsozialisten eingef\u00fchrt und nach 1945 beibehalten.<\/p>\n<p><strong>Probleme der Gegenwart<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Die offizielle Altersgrenze f\u00fcr den Pensionsantritt (65 Jahre f\u00fcr M\u00e4nner, 60 bzw. 65 f\u00fcr Frauen) ist seither relativ stabil geblieben, doch die Realit\u00e4t sieht anders aus: Das faktische Pensionsantrittsalter ist\u00a0&#8211; etwa durch das Instrument der Fr\u00fchpensionierung\u00a0&#8211; immer niedriger geworden. Hinzu kommt das Problem der Arbeitslosigkeit vor dem Rentenalter: &#8222;Dass Leute ab 65 Rente beziehen, bedeutet nicht, dass alle bis dahin Arbeit finden&#8220;, so Prof. Ehmer. &#8222;Das ist ein internationales Problem, das Handlungsbedarf erfordert.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Ehmers Zukunftsutopie<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Was die Zukunft der Erwerbst\u00e4tigkeit angeht, hat Josef Ehmer eine Utopie entwickelt: &#8222;Ich f\u00e4nde es sinnvoll, die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Erwerbst\u00e4tigkeit im Alter ohne Zwang zu erh\u00f6hen und gleichzeitig eine vorgezogene Pensionsm\u00f6glichkeit in j\u00fcngeren Jahren zu schaffen: Man k\u00f6nnte nicht erst mit 65, sondern mit 30 oder 50 eine befristete Auszeit nehmen und z.B. mit Bildung f\u00fcllen. Denn je intensiver Menschen gewohnt sind zu lernen, desto st\u00e4rker ist ihre Lernf\u00e4higkeit im Alter.&#8220;\u00a0&#8211; All das, ohne die Lebensarbeitszeit zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><a onclick=\"window.open('http:\/\/www.dieuniversitaet-online.at\/dossiers\/beitrag\/news\/alter-und-arbeit\/469\/neste\/1.html','','scrollbars=yes,width=750,height=500');return false;\" href=\"http:\/\/www.dieuniversitaet-online.at\/dossiers\/beitrag\/news\/alter-und-arbeit\/469\/neste\/1.html\">Lesen Sie weiter &#8230;<\/a><\/p>\n<p>Zitat ver\u00fcgbar unter: http:\/\/www.dieuniversitaet-online.at\/dossiers\/beitrag\/news\/alter-und-arbeit\/469\/neste\/1.html [Datum des Zugriffs: 13. Februar 2010]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn heute von Lebensarbeitszeit, Arbeitsf\u00e4higkeit und lebensphasengerechter Arbeitsorganisation gesprochen wird, dann ist es angebracht, Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeiten aus der historischen Entwicklung mit zu beachten.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[2,6],"tags":[42,43],"jetpack_publicize_connections":[],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p5KdjC-8K","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/542"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=542"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/542\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=542"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}