{"id":86,"date":"2009-09-24T08:46:40","date_gmt":"2009-09-24T06:46:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eisner-elearning.at\/40_vorwaerts\/?p=86"},"modified":"2009-09-24T08:46:40","modified_gmt":"2009-09-24T06:46:40","slug":"zukunftsthema-productive-aging","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/?p=86","title":{"rendered":"Zukunftsthema Productive Aging"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Zitat<\/p>\n<p>Verf\u00fcgbar unter: http:\/\/www.leaders-circle.at\/productive-aging.html [Datum des Zugriffs: 24.09.09]<\/p><\/div>\n<p><!--  Header: [end] --> <!--  Text: [begin] --><\/p>\n<div>\n<div>\n<p>Wie sorglos und unbedacht viele Firmen mit den F\u00e4higkeiten \u00e4lterer Arbeitnehmer derzeit noch umgehen, wird sp\u00e4testens dann deutlich, wenn man die Ma\u00dfnahmen und Resultate derjenigen Unternehmen betrachtet, die sich diesem Thema bereits aktiv gestellt haben.<\/p><\/div>\n<\/div>\n<p><!--  Text: [end] --> <!--DMAILER_SECTION_BOUNDARY_END--> <!--  CONTENT ELEMENT, uid:924\/text [end] --> <!--  CONTENT ELEMENT, uid:925\/text [begin] --> <!--DMAILER_SECTION_BOUNDARY_--> <!--  Text: [begin] -->Ein Blick auf die Zahlen macht klar, worum es geht: Im Jahr 2003 war [erg.d.d.Bolgautor] in \u00d6sterreich der Anteil der \u00dcber-45-J\u00e4hrigen im Arbeitsleben erstmals gr\u00f6\u00dfer sein als der Anteil der Unter-30-J\u00e4hrigen. Und dieser Anteil \u00e4lterer Erwerbspersonen wird ab diesem Zeitpunkt j\u00e4hrlich zunehmen. Diese Entwicklung trifft auf eine Personalplanung der Betriebe, die nach wie vor stark jugendzentriert ist und sie trifft auf einige Annahmen in Bezug auf \u00e4ltere Erwerbst\u00e4tige, die zwar im Management weit verbreitet, aber dennoch nicht richtig sind:<\/p>\n<h3>Was vermindert sich im Alter?<\/h3>\n<p>Die erste falsche Annahme hei\u00dft: Alter bedeutet Abbau. Daraus folgt der Fehlschluss: \u00c4ltere Mitarbeiter sind weniger produktiv. Das aber, meint Dr. Rudolf Karazman vom Institut f\u00fcr betriebliche Gesundheitsf\u00f6rderung\u00a0 (IBG) sei nur die eine H\u00e4lfte der Wahrheit. \u201eRichtig ist, dass das k\u00f6rperliche Leistungsverm\u00f6gen mit dem Alter tendenziell abnimmt. Wenn dann \u00e4ltere Mitarbeiter auf jugendliche Arbeitsorganisationen treffen &#8211; d.h. die k\u00f6rperlichen Anforderungen an den Einzelnen auch bei zunehmendem Alter gleichbleiben &#8211; dann wird diese Nicht-Anpassung auf Seite der Organisation ab einer gewissen Schwelle zu \u00dcberforderungsreaktionen auf k\u00f6rperlicher Ebene f\u00fchren und Krankheiten beg\u00fcnstigen. Nur \u2013 im psychischen Bereich gibt es mit dem Alter keinen Abbau und im geistig sozialen Bereich sogar eine deutliche Zunahme. Das ist der entscheidende Punkt, der nur allzu oft nicht gesehen wird.\u201c<\/p>\n<h3>Krankheitsursache: Unterforderung<\/h3>\n<p>Die zweite Annahme hei\u00dft: Arbeit macht krank. Und der damit verbundene Fehlschluss: \u00c4ltere Mitarbeiter sind daher \u00f6fter krank. Dr. Karazman: \u201eDas denken sowohl viele Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, als auch Gewerkschafter und Arbeitsmediziner. Allerdings stimmt das in dieser Form nicht. Die Krankheitsraten steigen n\u00e4mlich weit weniger aus dem Grund von k\u00f6rperlicher \u00dcberforderung als vielmehr aufgrund geistiger Unterforderung. \u00c4ltere Arbeitnehmer werden vor allem deswegen krank, weil nichts mehr auf sie wartet. Weil sie sich links liegen gelassen f\u00fchlen, weil man sie als \u201ezum alten Eisen geh\u00f6rig\u201c abwertet, weil ihnen die Bereicherung, die Stimulierung, die Herausforderung, das Wachstum und Lernen fehlen.<\/p>\n<p>Das Entscheidende ist zu verstehen, dass Arbeit selbst geundheitserzeugend sein kann, aber eben nur dann, wenn sie auch sinnstiftend ist. Um es krass zu formulieren: Die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Demotivierung, innere Pensionierung und Krankenst\u00e4nde sind fehlende Erwartungen auf Seiten des Managements. Und nicht das Alter per se.\u201c Ein Indiz unter vielen, welches f\u00fcr viele Unternehmen typisch sein d\u00fcrfte: In einer \u00f6sterreichischen Bank waren im Untersuchungszeitraum zwar \u00fcber die H\u00e4lfte der Mitarbeiter \u00fcber 40 Jahre, auf diese Gruppe entfielen aber nur 10% der Weiterbildungsausgaben (ohne die Ausgaben f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte).<\/p>\n<h3>Nicht weniger produktiv, sondern anders!<\/h3>\n<p>Diese Grundhaltung \u201e\u00c4ltere sind weniger produktiv\u201c erleben viele \u00e4ltere Mitarbeiter im Arbeitsprozess dann in Form eines Verlusts an sozialer Einbeziehung in Aufgaben, Strukturen, Teams, letztlich als Verlust der sozialen Integration. Dieses sukzessive \u201eHinausbr\u00f6seln\u201c, sei es durch k\u00f6rperliche \u00dcberforderung oder durch geistige Unterforderung &#8211; ich geh\u00f6re nicht mehr dazu, bekomme keine Aufgaben mehr, werde nirgends mehr hingeschickt \u2013 f\u00fchrt, so Dr. Karazman, letztlich zur \u201eteuersten Art der Arbeitszeitverk\u00fcrzung \u00fcberhaupt, n\u00e4mlich zu Krankenst\u00e4nden und Fr\u00fchpensionierung.\u201c<\/p>\n<p>Es geht aber auch anders. Gefragt ist eine Ver\u00e4nderung der Arbeitswelt in die Richtung, \u201edass wir mit der Schwere zur\u00fcckgehen und mit der Schwierigkeit hinauf, bei\u00a0 Forcierung der sozialen Einbeziehung.\u201c Beispiele daf\u00fcr gibt es bereits.<\/p>\n<h3>Beispiel: Stadtwerke M\u00fcnchen<\/h3>\n<p>Weniger als 5% der Fahrer im \u00f6ffentlichen Personennahverkehr in Deutschland erreichen die gesetzlich vorgesehene Altersgrenze von 63 Jahren. Das hei\u00dft, ca. 95% scheiden aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden vorher aus dem Fahrdienst aus, was aber nicht hei\u00dft, dass diese Personen gleich in Pension gehen k\u00f6nnen, sondern es bedeutet ihre Versetzung in den Innendienst und damit auf niedriger bewertete Stellen. Das wiederum wirft nicht nur f\u00fcr die Fahrer erhebliche soziale und wirtschaftliche Probleme auf, sondern auch f\u00fcr das Unternehmen.<\/p>\n<p>1993 beschlossen die Stadtwerke M\u00fcnchen, sich dieses Problems anzunehmen. Zusammen mit dem \u201eGesundheitspark der Volkshochschule M\u00fcnchen\u201c entwickelte man ein einj\u00e4hriges Programm zur Verbesserung der k\u00f6rperlichen und seelischen Gesundheit der Fahrer, das vom IBG wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde. Von 250 Fahrern, die an der Ma\u00dfnahme teilnehmen wollten, wurden f\u00fcr das erste Programm 96 Personen ausgew\u00e4hlt und w\u00e4hrend eines Jahres f\u00fcr insgesamt 20 Tage dienstfreigestellt. Bevorzugt wurden die \u00e4ltesten Fahrer mit den meisten Dienstjahren. In diesen 20 Tagen absolvierten sie ein Programm, bestehend aus f\u00fcnf Bausteinen mit <a title=\"Mag. Maria B. Eisner\" href=\"http:\/\/jobvitalitaet.at\" target=\"_blank\">Bewegungs- und Entspannungs\u00fcbungen, Stressbew\u00e4ltigungstraining<\/a>, Gruppengespr\u00e4chen und <a title=\"Hubert Rattin\" href=\"http:\/\/www.fithura.at\/\" target=\"_blank\">Ern\u00e4hrungsberatung<\/a>. Dominierte am Anfang noch gro\u00dfe Skepsis, so waren die Ergebnisse am Ende des Programms um so eindeutiger:<\/p>\n<ul>\n<li>Das personalwirtschaftliche Ergebnis war ein R\u00fcckgang der Fahruntauglichkeit um 80% in dieser Pr\u00e4ventivgruppe<\/li>\n<li>Die Fahrer dieses Gruppe bleiben 2,5 Jahre l\u00e4nger im Arbeitsleben als ihre Kollegen<\/li>\n<li>Der R\u00fcckgang in den Krankenst\u00e4nden betrug j\u00e4hrlich und nachhaltig 4-5 Tage\/Fahrer.<\/li>\n<li>Die Unfallrate in der Pr\u00e4ventivgruppe wurde massiv reduziert.<\/li>\n<li>Der Anteil von Fahrer mit normalem Blutdruck stieg von 65% auf 77%.<\/li>\n<li>Auf die Frage \u201eWenn Sie w\u00e4hlen k\u00f6nnten, h\u00e4tten Sie lieber 20 arbeitsfreie Tage oder 20 Tage mit Gesundheitsf\u00f6rderungsprogramm?\u201c antworteten nach 10 Gruppentagen knapp 80% der Fahrer: freie Tage mit Programm.<\/li>\n<li>Mehr als die H\u00e4lfte der Teilnehmer berichteten von positiven Ver\u00e4nderungen auch im Privatleben<\/li>\n<li>Insgesamt kam es bei den Teilnehmern zu einer Zunahme an Sinn-Erleben, Lebensqualit\u00e4t und Gesundheit.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beispiel: KAV Wien<\/h3>\n<p>Im Krankenanstaltenverbund der Stadt Wien begannen Anfang 2000 die Vorbereitungen zu dem Projekt \u201e<a title=\"Dipl. Psych. Kurt Wirsing\" href=\"http:\/\/\" target=\"_blank\">meisterhafte Pflegekunst<\/a>\u201c. Der Hintergrund: So wie viele andere Berufe auhc ist der Pflegeberuf ein sogenannter \u201egleichbleibender Beruf\u201c, d.h. die Arbeit bleibt \u00fcber das ganze Berufsleben unver\u00e4ndert und spiegelt den Prozess des \u00c4lterwerdens \u2013 mehr Routine und Erfahrung einerseits, h\u00f6here k\u00f6rperliche Belastung andererseits \u2013 nicht wieder. Die Konsequenz daraus war: Nur 9% des Pflegepersonals ist nach 26 Dienstjahren noch im Unternehmen. Bei einem Durchschnittsalter von 20 Jahren beim Arbeitseintritt haben also mit Mitte Vierzig bereits 90% des Pflegepersonals die Organisation verlassen. Noch dazu wechseln 85% der Krankenschwestern mit sp\u00e4testens 35 Jahren aus dem patientennahen Pflegedienst in Leitungsfunktionen oder die Lehre. Alles in allem kommt es zu einem enormen Abfluss an Erfahrung in der direkten Patientenbetreuung.<\/p>\n<p>Um hier gegenzusteuern ist nun geplant, eine Art Fachkarriere mit den drei Stufen Novizin, Expertin, Meisterin zu etablieren sowie neue, flexiblere Regelungen in Bezug auf Nachtdienste und Verk\u00fcrzung der Wochenarbeitszeit einzuf\u00fchren.<\/p>\n<h3>Welch eine Verschwendung<\/h3>\n<p>Mit dem \u00c4lterwerden w\u00e4chst der Wunsch nach Einbeziehung, Information, Einsicht und herausfordernden Aufgaben. Die \u00e4lteren Mitarbeiter haben unheimlich viel Know-how und sie wollen, dass das abgeholt wird. Wird das nicht abgeholt \u201eimplodieren\u201c die Leute. Das erscheint dann als Demotivation und schl\u00e4gt sich in Krankheiten nieder. Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung ist aus arbeitsmedizinischer Sicht nicht die Gesundheit die Grundlage von Produktivit\u00e4t, sondern die Produktivit\u00e4t (im Sinne von \u201eetwas aus mir herausf\u00fchren, bew\u00e4ltigen\u201c) ist sowohl die Grundlage von Gesundheit als auch von Leistung. D.h. Krankheit entsteht erst da, wo Produktivit\u00e4t chronisch behindert wird, etwa durch eine autorit\u00e4re Kultur, L\u00e4rm, schlechte Luft, \u00fcberfordernde Arbeitsbedingungen, vergiftetes Klima im Unternehmen, mangelhafte Stimulierung oder Ausbildung. Insofern sollte es nicht mehr sonderlich verwundern, dass speziell die \u201eLuxusprojekte\u201c zum productive aging einen bereits in mehreren Studien nachgewiesenen 5 &#8211; 20fachen Return on Investment bringen!<\/p>\n<p><strong>Autor:<\/strong> Peter Wagner, 11.2000<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sorglos und unbedacht viele Firmen mit den F\u00e4higkeiten \u00e4lterer Arbeitnehmer derzeit noch umgehen, wird sp\u00e4testens dann deutlich, wenn man die Ma\u00dfnahmen und Resultate derjenigen Unternehmen betrachtet, die sich diesem Thema bereits aktiv gestellt haben.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"footnotes":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[6],"tags":[9,45,48,53],"jetpack_publicize_connections":[],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p5KdjC-1o","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=86"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/86\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=86"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=86"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/40_vorwaerts\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=86"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}