{"id":611,"date":"2009-10-12T15:07:43","date_gmt":"2009-10-12T14:07:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eisner-elearning.at\/blog\/?p=611"},"modified":"2009-10-12T15:07:43","modified_gmt":"2009-10-12T14:07:43","slug":"soziale-anerkennung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/bmoblog\/?p=611","title":{"rendered":"Soziale Anerkennung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Anerkennung &#8211; Grundlage f\u00fcr soziale Orientierung in Organisationen<\/strong><\/p>\n<p>Anerkennung ist ein zentrales Element sozialer Gemeinschaften so wie es auch Organisationen und Betriebe sind. Sie tragen ma\u00dfgeblich dazu bei, dass konsistente leistungsf\u00e4hige Gemeinschaften \u00fcberhaupt erst entstehen und \u00fcberdauern k\u00f6nnen. Gerade unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit (Sustainability), welcher aktuell als zentraler Gedanke f\u00fcr \u00f6konomisch verantwortliches Agieren seine Renaissance erlebt, ist ein differenzierter Blick auf dieses Thema notwendig. Soziale Systeme sind in ihrer Natur hierarchisch gepr\u00e4gt. Das bezieht sich auf einen technokratisch funktionalen Bereich und weiters auf den pers\u00f6nlichen Beziehungsbereich allgemeiner Natur.<\/p>\n<p>In Bezug auf den formalen Aspekt ist meist ein klares Bild gegeben. Beginnend mit der Betriebsleitung bis hin zu MitarbeiterInnen welche die prim\u00e4re Leistung der Unternehmung erbringen (Dienstleistung, Produktion etc.), sind Aufgaben und Verantwortlichkeiten mit den entsprechenden Positionen verbunden.<\/p>\n<p>Ein Ordnungsprinzip dabei lautet, &#8211; welchen Beitrag leistet ein Mitglied einer Organisation f\u00fcr das Gedeihen dieser. Die Anerkennung dieser Gegebenheiten ist f\u00fcr das Funktionieren und \u00dcberleben einer Organisation von prim\u00e4rer Bedeutung und Verst\u00f6\u00dfe dagegen haben entsprechende Konsequenzen. Dies kann bedeuten, dass disziplin\u00e4re Sanktionen erfolgen, die bis zum Ausschluss reichen k\u00f6nnen oder die Organisation entwickelt dysfunktionale Strukturen.<\/p>\n<p><strong>A) Die soziale Orientierung einer Unternehmung ist auf das Funktionieren dieser ausgerichtet und beruht auf wechselseitiger Anerkennung positionsbezogener Aufgaben und Verantwortlichkeiten der jeweiligen Funktionstr\u00e4gerInnen.<\/strong><\/p>\n<p>Ganz unabh\u00e4ngig von der funktionalen Ordnung kann der Beitrag der einzelnen Organisationsmitglieder f\u00fcr das gute Funktionieren des Betriebes selbst sein. Der geleistete Einsatz wird zwar \u00fcber entsprechende Gehalts- bzw. Entlohnungssysteme ausgeglichen, neben dem monet\u00e4ren Bereich gibt es aber Leistungen die nicht in Geld abgegolten werden bzw. abgegolten werden k\u00f6nnen. Diese oft auch ideellen Leistungen der MitarbeiterInnen sind jedoch entsprechend zu w\u00fcrdigen und somit anzuerkennen. Daraus entsteht ein weiterer Grundsatz an dem sich Anerkennung im beruflichen Umfeld orientiert:<\/p>\n<p><strong>B) Der Einsatz f\u00fcr das Ganze (Loyalit\u00e4t, Krisenmanagement, Sorgfalt, Notf\u00e4lle, \u00dcberbr\u00fcckung von Engp\u00e4ssen &#8230;) geht nicht zwingend im Gleichklang mit der funktionalen Position und schafft so ein eigenes Ordnungsprinzip. Die wechselseitige Anerkennung dieser Leistungen stabilisiert die soziale Struktur einer Organisation und macht sie auf Sicht leistungs- und wettbewerbsf\u00e4hig.<\/strong><\/p>\n<p>Den beiden Punkten, Anerkennung funktionaler Gegebenheiten und Anerkennung f\u00fcr das Ganze folgt das Kriterium der Betriebszugeh\u00f6rigkeit. Die Dauer der Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Organisation ist ein Verdienst an sich, insbesondere im Hinblick auf die in einem solchen Zeitabschnitt f\u00fcr die Unternehmung erbrachten Leistungen.<\/p>\n<p><strong>C) Anerkennung der zeitlichen Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Organisation.<\/strong><\/p>\n<p>Aus der Sicht einer Organisation bzw. Unternehmung ist dann in Folge noch ein vierter Punkt von Belang. Dies betrifft den Rang im Sinne von <a title=\"40_vorwaerts\" href=\"http:\/\/www.eisner-elearning.at\/40_vorwaerts\/\" target=\"_blank\">Lebenserfahrung<\/a>. Das hei\u00dft die\/der \u00c4ltere geht vor der\/dem J\u00fcngern. Die W\u00fcrdigung und Anerkennung des Lebensalters ist somit der vierte Bereich im Rahmen organisationaler sozialer Ordnungsprinzipien:<\/p>\n<p><strong>D) Die\/der an Lebensjahren \u00c4ltere hat ihren\/seinen Rang vor der\/dem J\u00fcngeren.<\/strong><\/p>\n<p>Umgekehrt ist gem\u00e4\u00df diesem Grundsatz aber auch abzuleiten, dass die \u00c4lteren Verantwortung f\u00fcr die J\u00fcngeren tragen.<\/p>\n<p>Im allgemeinen Lebensbezug, abseits der betrieblichen Gegebenheiten, ist die hierarchische Abfolge dieser Grunds\u00e4tze meist umgekehrt, im Kontext von Organisationen sind sie aber in dieser hierarchischen Struktur zu beachten. Anzumerken ist, dass jeweils alle vier Bereiche relevant sind und die Realit\u00e4t im Arbeitsumfeld beeinflussen. Diese vier Anerkennungsprinzipien sind f\u00fcr das gute \u00dcberleben einer Organisation Voraussetzung. Sie f\u00f6rdern das Commitment und die Tragf\u00e4higkeit der sozialen Strukturen.<\/p>\n<p>Wenn Sie wissen m\u00f6chten, wie es um das Thema soziale Anerkennung in ihrer Organisation bestellt ist, dann reflektieren Sie zu folgenden Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ist klar gestellt, wer, wann, wo und wof\u00fcr zust\u00e4ndig ist (von ganz oben bis nach ganz unten, oder umgekehrt)?<\/li>\n<li>Wird diese Zust\u00e4ndigkeit und die damit verkn\u00fcpfte Verantwortung auch wahrgenommen?<\/li>\n<li>Wer leitet wo, wann und wen?<\/li>\n<li>Wie werden Verdienste wahrgenommen und gew\u00fcrdigt &#8211; \u00fcber alle Ebenen hinweg?<\/li>\n<li>Wie wird Anerkennung gelebt &#8211; \u00fcber alle Ebenen hinweg?<\/li>\n<li>Wie werden die Punkte A &#8211; D ber\u00fccksichtigt und gelebt, wenn eine Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter aus dem System ausgeschlossen wird (z.B. durch Entlassung, K\u00fcndigung, Pensionierung, &#8230;)<\/li>\n<li>Darf um jemanden getrauert werden?<\/li>\n<li>Wer geh\u00f6rt zur Organisation und wer nicht?<\/li>\n<li>Wie gestalten sich offizielle und inoffizielle Rangordnungen?<\/li>\n<li>Wer hat das Sagen (formal\/rechtlich versus informell\/verdeckt)?<\/li>\n<li>Wie werden Nachfolgen geregelt?<\/li>\n<li>Wer ist wem gegen\u00fcber loyal?<\/li>\n<li>Wer hat was in den Betrieb eingebracht?<\/li>\n<li>Wer f\u00fchlt sich wem gegen\u00fcber verpflichtet?<\/li>\n<li>Werden die Leitungspersonen hinreichend gew\u00fcrdigt?<\/li>\n<li>Wo und wof\u00fcr werden S\u00fcndenb\u00f6cke gesucht?<\/li>\n<li>Wie und an wen wird welcher Erfolg (ideell versus materiell) verteilt?<\/li>\n<li>Welchen Platz nehmen die Kunden ein?<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a9 2009 Mag. Josef Eisner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anerkennung ist ein zentrales Element sozialer Gemeinschaften so wie es auch Organisationen und Betriebe sind. Sie tragen ma\u00dfgeblich dazu bei, dass konsistente leistungsf\u00e4hige Gemeinschaften \u00fcberhaupt erst entstehen und \u00fcberdauern k\u00f6nnen. Gerade unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit (Sustainability), welcher aktuell als zentraler Gedanke f\u00fcr \u00f6konomisch verantwortliches Agieren seine Renaissance erlebt, ist ein differenzierter Blick auf dieses Thema notwendig. Soziale Systeme sind in ihrer Natur hierarchisch gepr\u00e4gt. 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