{"id":654,"date":"2009-11-09T10:02:03","date_gmt":"2009-11-09T09:02:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eisner-elearning.at\/blog\/?p=654"},"modified":"2009-11-09T10:02:03","modified_gmt":"2009-11-09T09:02:03","slug":"phanomen-prasentismus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/bmoblog\/?p=654","title":{"rendered":"Ph\u00e4nomen Pr\u00e4sentismus"},"content":{"rendered":"<div id=\"artikelHeader\">\n<h1>&#8220;Gesunder Krankenstand ist wichtig&#8221;<\/h1>\n<h6>30. Oktober 2009, 17:26<\/h6>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p>Krankenstandstage reduzieren und damit &#8220;Pr\u00e4sentismus&#8221;, also blo\u00dfes Erscheinen  am Arbeitsplatz, zu erzeugen, bringt gar nichts.<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"artikelBody\">\n<h2>Senkung von Krankenstands- und Fehltagen sind ein hei\u00dfes Thema \u2013 nicht nur  wegen des \u00d6BB-Skandals &#8211; Arbeitsmediziner Stefan Bayer warnt: &#8220;Keine kranken  Mitarbeiter sind der gr\u00f6\u00dfte Gewinn&#8221; \u2013 das sei falsch<\/h2>\n<p>Vorbildliche Arbeitnehmer erscheinen am Arbeitsplatz &#8211; egal ob grippig,  depressiv oder anderwertig geschw\u00e4cht. Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen, schlie\u00dflich ist ja  jeder ersetzbar, und Arbeitspl\u00e4tze sind nicht sicher. Das ist die eine Seite.  Auf die andere Seite geh\u00f6ren Faulenzerdebatten, Krankfeiern und Emp\u00f6rung \u00fcber  Kosten der Fehlzeiten. Krankenstandstage (durchschnittlich 12,5 in \u00d6sterreich)  sind ein hei\u00dfes Thema, und Unternehmen sind auf die eine oder andere Art bem\u00fcht,  diese Kosten zu senken.<\/p>\n<p><strong>Masochistisches Gebaren<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Ein gesundes Unternehmen braucht einen gesunden Krankenstand&#8221;, wirft Stefan  Bayer, Pr\u00e4sident der \u00f6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Arbeitsmedizin und  Betriebsarzt im Feuerfest-Konzern <a href=\"http:\/\/www.rhi.at\/\" target=\"_blank\">RHI<\/a>, in die Debatte ein und warnt: Es als gr\u00f6\u00dften Gewinn f\u00fcr  die Firma zu sehen, keine kranken Mitarbeiter zu haben, sei &#8220;schlichtweg  falsch&#8221;. Denn vor allem in Krisenzeiten, bei erh\u00f6htem Druck, zeige sich ein  Ph\u00e4nomen, das noch nicht gut beforscht, aber allgegenw\u00e4rtig sei: der  Pr\u00e4sentismus. Also physische Pr\u00e4senz am Arbeitsplatz, ohne Leistung zu bringen,  oder, wie die Arbeitspsychologie definiert: am Arbeitsplatz zu erscheinen,  obwohl der Gesundheitszustand es nicht erlaubt oder die normale  Leistungserwartung durch den angeschlagenen Zustand nicht erf\u00fcllt werden kann.  Masochistisches Gebaren, sagt Bayer, das mit Ersch\u00f6pfung, Stress,  Motivationsverlust eng zusammenh\u00e4nge &#8211; und dem Unternehmen enormen Schaden  zuf\u00fcge. Da sich Pr\u00e4sentismus schwer messen lasse und finanzielle Folgen kaum  abgesch\u00e4tzt seien, werde viel zu wenig Aufmerksamkeit darauf gerichtet.  Zahlenmaterial liegt derzeit nur f\u00fcr die USA vor.<\/p>\n<p><strong>Abwesenheitsrate versus Pr\u00e4sentismus<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Eine Senkung der Abwesenheitsrate kann also nicht als positiv betrachtet  werden, wenn sie eine Erh\u00f6hung des Pr\u00e4sentismus zur Folge hat. Bei einem  Absenzenmanagement mit Ma\u00dfnahmen, die auf Druck und Kontrolle basieren, besteht  aber die Tendenz zu erh\u00f6htem Pr\u00e4sentismus&#8221;, so Bayer. Die Situation f\u00fcr das  Unternehmen bessert sich folglich nur scheinbar.<\/p>\n<p>Verminderte Konzentrationsf\u00e4higkeit von Mitarbeitern, fasst Bayer neutral,  was schon berechnet ist, koste Unternehmen zw\u00f6lf bis 25 Prozent des gesamten  Personalaufwandes. Die Kosten f\u00fcr Pr\u00e4sentismus k\u00f6nnten mit bis zu neun Prozent  des Personalaufwandes angenommen werden. Bayer r\u00e4t nicht nur zu ad\u00e4quaten  Krankenstandsr\u00fcckkehrgespr\u00e4chen, sondern vor allem auch zur Pr\u00e4vention.  Krankheiten, die auf ungesunden Lebenswandel zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, seien die  wahren Kostenverursacher.<\/p>\n<p>Es gehe um &#8220;nachhaltiges Absenzenmanagement, das auf Optimierung am  Arbeitsplatz durch Bilanzgespr\u00e4che aufbaue. Dadurch k\u00f6nne sowohl Absentismus als  auch Pr\u00e4sentismus \u201eoptimal behandelt werden&#8221;, sagt Bayer. Aktives  Wiedereingliederungsmanagement geh\u00f6re ebenso dazu wie tiefgreifende pr\u00e4ventive  Ma\u00dfnahmen. Der RHI-Konzern arbeite dazu mit dem <a href=\"http:\/\/www.cchcr.com\/\" target=\"_blank\">Kompetenzzentrum f\u00fcr Humanverm\u00f6gen<\/a> zusammen. (Karin Bauer, DER  STANDARD, Printausgabe, 31.10.\/1.11.2009)<\/p>\n<p>Zitat verf\u00fcgbar unter: http:\/\/derstandard.at\/fs\/1256743682631\/Phaenomen-Praesentismus-Gesunder-Krankenstand-ist-wichtig [Datum des Zugriffs: 09.11.09]<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbildliche Arbeitnehmer erscheinen am Arbeitsplatz &#8211; egal ob grippig, depressiv oder anderwertig geschw\u00e4cht. Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen, schlie\u00dflich ist ja jeder ersetzbar, und Arbeitspl\u00e4tze sind nicht sicher. Das ist die eine Seite. 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