{"id":868,"date":"2013-10-10T20:30:52","date_gmt":"2013-10-10T19:30:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eisner-elearning.at\/blog\/?p=868"},"modified":"2013-10-10T20:30:52","modified_gmt":"2013-10-10T19:30:52","slug":"die-mitarbeiter-mischung-macht-es","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/bmoblog\/?p=868","title":{"rendered":"Die Mitarbeiter-Mischung macht es"},"content":{"rendered":"<p>10.10.2013 \u2013 Die demografische Entwicklung nimmt die Assekuranz gleich doppelt in die Zange. Auf der Produktseite bekommen vor allem die Lebens- und Krankenversicherer die Folgen bereits jetzt zu sp\u00fcren, und ausnahmslos alle wird es \u00fcber kurz oder lang \u2013 wie die gesamte Wirtschaft \u2013 auch in der Personalpolitik massiv treffen. Letzteres Problem stand bei der 14. Jahresveranstaltung des BWV M\u00fcnchen im Mittelpunkt.<\/p>\n<dl>\n<dt><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" style=\"float: left; display: inline;\" title=\"Christoph Schmallenbach (Bild: Generali)\" alt=\"Christoph Schmallenbach (Bild: Generali)\" src=\"http:\/\/www.versicherungsjournal.de\/daten\/artikelbilder\/personen\/generali-schmallenbach-christoph-generali.jpg\" width=\"200\" height=\"252\" align=\"left\" \/><\/dt>\n<\/dl>\n<p>Im Jahre 2020 wird sich die Zahl 50- bis 59-j\u00e4hrigen Mitarbeiter bei der <a href=\"http:\/\/www.generali.de\/\">Generali Deutschland-Gruppe<\/a> gegen\u00fcber 2010 verdoppelt haben.<\/p>\n<p>In der gleichen Zeitspanne verf\u00fcnffacht sich der Verlust an \u201eKonzern-Erfahrungsjahren\u201c durch Renteneintritte auf 10.000.<\/p>\n<p>Anders als vieles, mit dem sich Versicherer aufgrund ihres Gesch\u00e4ftsmodells befassen, l\u00e4sst sich das ganz ohne aufw\u00e4ndige aktuarielle Modelle und sehr exakt berechnen, konstatierte das f\u00fcr Personal zust\u00e4ndige Holding-Vorstandsmitglied Christoph Schmallenbach bei der 14. Jahresveranstaltung des <a href=\"http:\/\/muenchen.bwv.de\/\">BWV M\u00fcnchen<\/a>.<\/p>\n<p>Trotzdem finden diese Folgen des demografischen Risikos in vielen Unternehmen noch immer sehr wenig Beachtung, wundert sich der gelernte Informatiker.<\/p>\n<h4>Gravierende Alterungsunterschiede in den Konzernunternehmen<\/h4>\n<p>In der Generali-Gruppe wurde die Thematik seinen Worten zufolge 2009 zun\u00e4chst mit einer Altersstrukturanalyse im gesamten Konzern auf die Agenda gesetzt. Dabei seien bei den einzelnen Konzernunternehmen sehr unterschiedliche Ergebnisse ermittelt worden.<\/p>\n<p>Schon deshalb m\u00fcssen laut Schmallenbach auch die Ma\u00dfnahmen differenziert ausgestaltet werden, um dieser Herausforderung erfolgreich begegnen zu k\u00f6nnen. Grunds\u00e4tzlich klar muss aus seiner Sicht jedoch sein, dass das Demografie-Management nicht allein den Personalabteilungen aufgeb\u00fcrdet werden darf.<\/p>\n<p>Vielmehr m\u00fcsse es als eine zentrale F\u00fchrungsaufgabe verstanden werden. Dies vor allem auch deshalb, weil nachhaltige \u00c4nderungen in der Unternehmenskultur erforderlich seien.<\/p>\n<h4>Weniger Nachwuchskr\u00e4fte mit anderen Werte-Vorstellungen<\/h4>\n<p>Schlie\u00dflich sehen sich die Unternehmen bei ihrer Nachwuchsrekrutierung k\u00fcnftig nicht nur einer \u2013 demografisch bedingt \u2013 quantitativ schrumpfenden Bewerberzahl gegen\u00fcber. Sie werden vielmehr zugleich qualitativ mit den teils v\u00f6llig anderen Wertevorstellungen der \u201eGeneration Internet\u201c konfrontiert, machte Schmallenbach aufmerksam.<\/p>\n<p>So spiele die Frage einer \u201esanften\u201c statt einer \u201evertikalen\u201c Karriere oder nach einem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sabbatical\">Sabbatical<\/a> mittlerweile oft schon beim Einstellungsgespr\u00e4ch eine zuweilen wichtige Rolle. Solche fr\u00fcher kaum vorstellbare Tabubr\u00fcche durch die Bewerber sind f\u00fcr viele Personalchefs noch ziemlich gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, stellte der Generali-Arbeitsdirektor fest.<\/p>\n<p>Gleichwohl m\u00fcsse sich das strategische Personalmanagement auf solche Ver\u00e4nderungen einstellen. Dies beispielsweise durch die Entwicklung von st\u00e4rker lebensphasen-orientierten Arbeitszeitmodellen.<\/p>\n<h4>Gute Erfahrungen mit \u201ealtersgemischten Tandems\u201c<\/h4>\n<p>\u00c4hnliches gelte mit Blick auf \u00e4ltere Mitarbeiter, um diese und ihr Wissen selbst nach ihrem Eintritt in den regul\u00e4ren Ruhestand \u2013 beispielsweise in beratenden Funktionen \u2013 weiterhin an das Unternehmen zu binden. Auch dies werde bei der Generali inzwischen praktiziert.<\/p>\n<p>Besonders gute Erfahrungen habe das Unternehmen au\u00dferdem mit \u201ealtersgemischten Tandems\u201c im IT-Bereich gemacht, berichtete Schmallenbach. Hier k\u00f6nne auf diese Weise die Affinit\u00e4t der J\u00fcngeren gegen\u00fcber neuen Technologien mit der Erfahrung der \u00c4lteren kombiniert werden.<\/p>\n<h4>F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen Vorreiterfunktion \u00fcbernehmen<\/h4>\n<dl>\n<dt><img decoding=\"async\" style=\"float: left; display: inline;\" title=\"Alois Baumgartner (Bild: M\u00fcller)\" alt=\"Alois Baumgartner (Bild: M\u00fcller)\" src=\"http:\/\/www.versicherungsjournal.de\/daten\/artikelbilder\/personen\/uni-muenchen-baumgartner-alois-mueller.jpg\" width=\"200\" height=\"254\" align=\"left\" \/><\/dt>\n<\/dl>\n<p>Aber auch alle anderen Staffelstab-\u00dcbergaben lie\u00dfen sich erheblich erleichtern, wenn ein Wechsel aus F\u00fchrungsaufgaben von \u00e4lteren Mitarbeitern nicht mehr wie bisher automatisch als \u201eGesichtsverlust\u201c empfunden werde. Um solche \u00c4ngste zu \u00fcberwinden, m\u00fcssten die F\u00fchrungskr\u00e4fte bis hinauf in die Vorstandsebene hier eine Vorreiterrolle \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Der Wandel in der gesellschaftlichen Mentalit\u00e4t bef\u00f6rdert eine wieder st\u00e4rkere Einbindung der \u00c4lteren durchaus, kl\u00e4rte <a href=\"http:\/\/www.kaththeol.uni-muenchen.de\/lehrstuehle\/christl_sozialethik\/personen\/baumgartner\/index.html\">Professor Dr. Alois Baumgartner<\/a>, emeritierter Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximlians-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen, bei der Veranstaltung auf.<\/p>\n<p>Anders als einst werde der Status des Einzelnen heute n\u00e4mlich nicht mehr \u00fcber seine Herkunft oder sein Verm\u00f6gen definiert, sondern vor allem \u00fcber seine berufliche T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Noch viele Tabus und Vorurteile in den Betrieben<\/h4>\n<p>Allerdings m\u00fcsse nun auch in den K\u00f6pfen der F\u00fchrungskr\u00e4fte wie der einzelnen Mitarbeiter noch ein Umdenken hinzukommen, erg\u00e4nzte Dr. Susanne Schuett. Gerade in den Betrieben gebe es bisher \u201ekein Thema, das mit so vielen Tabus, Vorurteilen, Mutma\u00dfungen und Bef\u00fcrchtungen besetzt ist wie das Altern\u201c, analysierte die Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Angewandte Psychologie an der <a href=\"http:\/\/www.homepage.univie.ac.at\/susanne.schuett\/\">Universit\u00e4t Wien<\/a>.<\/p>\n<p>Die meisten F\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeiter ignorierten daher aus Angst lieber schlichtweg die Tatsache, dass jeder altert. Und sie machten sich auch keine Gedanken dar\u00fcber, wie Altern erfolgreich funktionieren k\u00f6nne. Deshalb sei es wenig verwunderlich, wenn die meisten auf betriebliche Strategien zur Bew\u00e4ltigung dieses Prozesses bisher h\u00f6chst sensibel und oft mit totaler Verweigerung reagierten.<\/p>\n<h4>Versicherer sollten eine aktive Gestaltungsrolle \u00fcbernehmen<\/h4>\n<p>Gerade die Versicherer h\u00e4tten aber jetzt die Chance, \u201eals gesellschaftliche Innovatoren die vielleicht schwierigste Lebenskunst im 21. Jahrhundert im Sinne eines \u201aReady to age\u2018 erfolgreich mitzugestalten und voranzutreiben\u201c, ermunterte Schuett zu einer Verhaltens\u00e4nderung. Die sehr umfangreichen Erkenntnisse der \u201ePsychologie des Alterns\u201c lieferten dazu eine breite wissenschaftliche Basis.<\/p>\n<p>Unter dem Kosten- und Zeitdruck im Betriebsalltag scheint sich die Assekuranz allerdings trotz der zwischenzeitlichen Offensichtlichkeit des personalstrategischen Demografie-Risikos sogar eher prozyklisch zu verhalten. Diese Bef\u00fcrchtung lie\u00df Rainer Gebhard anklingen.<\/p>\n<p>Und das trotz der unbestrittenen Notwendigkeit zu lebenslangen Lernen selbst bei den Aus- und Weiterbildungs-Anstrengungen. Die Anmeldezahlen beim BWV M\u00fcnchen seien aktuell jedenfalls \u201enicht so, wie wir uns das w\u00fcnschen\u201c, beklagte der Vorstandsvorsitzende dieser Bildungseinrichtung der Branche, der hauptberuflich als Vertriebsvorstand der <a href=\"http:\/\/www.wwk.de\/\">WWK Versicherungen<\/a> t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p><a href=\"mailto:r.mueller@versicherungsjournal.de\">Reinhold M\u00fcller<\/a><\/p>\n<p>Zitat verf\u00fcgbar unter: <a title=\"http:\/\/www.versicherungsjournal.de\/karriere-und-mitarbeiter\/die-mitarbeiter-mischung-macht-es-116955.php?link=3\" href=\"http:\/\/www.versicherungsjournal.de\/karriere-und-mitarbeiter\/die-mitarbeiter-mischung-macht-es-116955.php?link=3\">http:\/\/www.versicherungsjournal.de\/karriere-und-mitarbeiter\/die-mitarbeiter-mischung-macht-es-116955.php?link=3<\/a> [Datum des Zugriffs: 10. Oktober 2013]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.10.2013 \u2013 Die demografische Entwicklung nimmt die Assekuranz gleich doppelt in die Zange. Auf der Produktseite bekommen vor allem die Lebens- und Krankenversicherer die Folgen bereits jetzt zu sp\u00fcren, und ausnahmslos alle wird es \u00fcber kurz oder lang \u2013 wie die gesamte Wirtschaft \u2013 auch in der Personalpolitik massiv treffen. 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