{"id":2545,"date":"2022-01-24T21:29:45","date_gmt":"2022-01-24T20:29:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuleundgesellschaft.work\/blogunisbg\/?p=2545"},"modified":"2022-01-24T21:29:45","modified_gmt":"2022-01-24T20:29:45","slug":"grosse-traeume-und-kleine-chancen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/?p=2545","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Tr\u00e4ume und kleine Chancen"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F2545&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png?w=780\" alt=\"image_pdf\" title=\"View PDF\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F2545&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><img src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png?w=780\" alt=\"image_print\" title=\"Print Content\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><\/div><p>Hintergrund f\u00fcr diese Diskussion liefert der \u201eThema Spezial\u201c Beitrag am ORF2 mit dem Titel <strong>\u201eEin Schulversuch in \u00d6sterreich\u201c<\/strong>. Unter die Lupe genommen wird dabei das Projekt \u201eSchule f\u00fcrs Leben\u201c zwischen den beiden Wiener Schulen MS Gassergasse und Gymnasium Rahlgasse. Hierbei wurden einerseits sozial benachteiligte Sch\u00fcler*innen der Mittelschule mit Sch\u00fclerInnen des Gymnasiums vermittelt. Die dabei gebildeten Zweiergruppen sollten gemeinsam Freizeitaktivit\u00e4ten unternehmen, \u00fcber das Leben des\/der Anderen erfahren und sich gegenseitig unterst\u00fctzen. Andererseits wurden gemeinsame Aktivit\u00e4ten durchgef\u00fchrt, die den sozialen Zusammenhalt st\u00e4rken sollten und eine Bindung zwischen den Kindern herstellen sollten.<\/p>\n<p>Hintergrund dieses Projekts ist die herrschende <strong>Chancenungleichheit im \u00f6sterreichischen Bildungssystem<\/strong> und die gro\u00dfe Kluft zwischen Mittelschule und Gymnasium. Ein markantes Indiz daf\u00fcr sind die unterschiedlichen sozio\u00f6konomischen Hintergr\u00fcnde der Sch\u00fcler*innen und die damit verbundene Chancenungleichheit. Die Direktorin der Gassergasse Andrea Walach erw\u00e4hnt in einem Interview: \u201e1\/3 meiner Jugendlichen werden nach der Schule zu Sozialhilfeempf\u00e4ngern\u201c. Das Faktum, dass so viele der Lernenden an dieser Schule sozusagen zu \u201eKunden des AMS\u201c werden, bewirkt nicht nur das Schulsystem an sich, sondern auch der famili\u00e4re Hintergrund dieser Jugendlichen. 98% davon sprechen nicht Deutsch als Muttersprache und kommen aus armen Familien. Deren Eltern haben keine Zeit sich f\u00fcr die Bildung ihrer Kinder zu k\u00fcmmern, sondern haben andere \u2013 grundlegendere Probleme \u2013 wie die Ern\u00e4hrung der Familie. Die Sch\u00fcler*innen des Gymnasiums Rahlgasse stammen im Gegensatz dazu aus gr\u00f6\u00dftenteils privilegierteren, bildungsnahen Familien und haben f\u00fcr ihre Zukunft nahezu alle Optionen offen.<\/p>\n<p>Um konkrete Beispiele f\u00fcr die traurigen <strong>sozio\u00f6konomischen Hintergr\u00fcnde<\/strong> der Sch\u00fclerInnen von der MS Gassergasse zu liefern, wird kurz auf die TeilnehmerInnen des Projekts in der Dokumentation eingegangen. Einer davon ist <strong>Asip<\/strong>, der mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern auf 40 Quadratmetern Wohnung wohnte, tagt\u00e4glich am harten Boden schlafen musste und der keine schulische Unterst\u00fctzung von seiner Mutter hatte. Nachhilfe konnte sich seine Familie nicht leisten und Asip selbst musste in unterschiedlichsten Arbeitsst\u00e4tten f\u00fcr das Ern\u00e4hrung der Familie neben der Schule arbeiten. Seine Familie kam nach \u00d6sterreich, nachdem sie aus dem Afghanistan wegen Morddrohung fl\u00fcchten musste. Sam stand einem \u00e4hnlichen Schicksal gegen\u00fcber. Seine Familie floh aus dem Irak aufgrund der damaligen politischen Lage. Aufgrund seiner Sch\u00fcchternheit wurde er in der Schule mehrmals Mobbingopfer und zog sich sozial zur\u00fcck. Innerhalb seiner Familie war <strong>Sam<\/strong> derjenige, der am besten Deutsch sprach, als sie nach \u00d6sterreich kamen, weshalb auch er kaum schulische Unterst\u00fctzung von seinen Eltern hatte. Auch das M\u00e4dchen <strong>Nabaa<\/strong> floh mit ihrer Familie aus dem Irak und fand sich in der MS Gassergasse wieder. Dort fiel ihr die Schule keinesfalls leicht und sie fand sich freizeitlich im Brennpunkt zwischen ihrer Religion bzw. den Erwartungen ihrer Eltern sowie den Erwartungen der \u00f6sterreichischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Das Projekt \u201eSchule f\u00fcrs Leben\u201c war in Zuge dieser Jugendlichen ein gro\u00dfer Erfolg. Alle in der Dokumentation behandelten Sch\u00fcler*innen der Mittelschule, die am Projekt teilnahmen, profitierten von sozialen, schulischen sowie beruflichen Erfolgen. Asif arbeitet heute als Fitnesstrainer in einem Fitnessstudio, Sam wurde viel selbstbewusster und ist politisch aktiv und Nabaa legte ihr Kopftuch ab und heiratete ihren Traummann. Aber nicht nur die Sch\u00fcler*innen selbst, sondern auch die Gassergasse profitierte stark vom Projekt, indem der Stundenplan viel innovativer wurde. So wurden Aktivit\u00e4ten wie Pr\u00e4sentationstrainings, w\u00f6chentliche Projekttage, Stimmbildungs- &amp; Atmungsworkshops, Bewerbungstraining sowie Begabungsf\u00f6rderung in den Schulalltag aufgenommen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend wird das Thema der Chancenungleichheit im \u00f6sterreichischen Bildungssystem noch vom Bildungsexperten der Uni Wien <strong>Stefan Hopmann<\/strong> thematisiert. Laut ihm sei das Gymnasium nichts anderes, als eine \u201ePr\u00e4mienverteilung an flei\u00dfige M\u00fctter\u201c, da diese das \u201ep\u00e4dagogische Defizit&#8220; der Schulform ausgleichen m\u00fcssen, was dem Bildungssystem zugrunde liegt. Der sozio\u00f6konomische Hintergrund sowie der Bildungsabschluss der Eltern scheinen somit klare Gr\u00fcnde f\u00fcr die Chancenungleichheit.<\/p>\n<p>Wir haben uns auch Gedanken dar\u00fcber gemacht <strong>welche Ver\u00e4nderungen<\/strong> es geben m\u00fcsste, damit eine Chancengleichheit an Schulen erzielt werden kann. In den folgenden Zeilen handelt es sich um unsere eigene Meinung und um einige Punkte, die unserer Meinung nach einiger Ver\u00e4nderung bed\u00fcrfen, um unsere Schulsystem chancengerechter zu machen.<\/p>\n<p>Zuallererst ist da der <strong>famili\u00e4re Druck<\/strong> den viele Sch\u00fcler*innen ausgesetzt sind. Wie oben schon angesprochen, hatte vor allem Nabaa mit starkem famili\u00e4ren Druck zu k\u00e4mpfen, denn ihre Eltern lie\u00dfen ihr keinerlei Entscheidungsfreiheiten, obwohl es f\u00fcr Nabaa und ihre Zukunft wahrscheinlich besser gewesen w\u00e4re die Schule zu wechseln, wie es ihre Lehrer*innen vorgeschlagen haben. Die Flucht aus ihrem Heimatland bedeutete f\u00fcr die Familie einen sozialen Abstieg und Nabaa\u2019s Eltern wollen wieder eine angesehene Familie sein und legen deshalb alle Hoffnung in ihre Tochter. Es ist ganz klar, dass Kinder bzw. Jugendliche solche Entscheidungen nicht alleine treffen k\u00f6nnen, doch bei Nabaa zeigte sich nach dem Schulwechsel definitiv eine positive Ver\u00e4nderung ihrer Pers\u00f6nlichkeit und ihrer schulischen Leistungen. Ist es gerecht, wenn Eltern Entscheidungen f\u00fcr ihre Kinder treffen, die die Zukunft des Kindes wom\u00f6glich verschlechtern k\u00f6nnen? Nach Chancengleichheit scheint dies nicht zu streben.<\/p>\n<p>Weiters wird in dem Beitrag vom ORF auch h\u00e4ufig \u00fcber die <strong>Religion<\/strong>, vor allem dem Islam, gesprochen und dass die Sch\u00fcler*innen \u201eGefangene ihrer eigenen Religion\u201c seien. Die Wiener Lehrerin und Autorin, Susanne Wiesinger, erkl\u00e4rte die Situation so, dass der Islam mittlerweile die \u00dcberhand ergriffen hat und dass die religi\u00f6sen \u201eGesetze\u201c mehr Wert sind als die verfassungsrechtlichen Gesetze. Sie erz\u00e4hlt auch kurz, wie der Alltag einer\/eines Lehrer*in aussieht. \u00a0Keine Lernmotivation, keine deutschsprechenden Sch\u00fcler*innen und keine Hobbys und Interessen, daf\u00fcr aber reichlich Aggression, wenn etwas nicht mit dem Islam zusammenpasst. Sollte nicht eine Balance gefunden werden, die f\u00fcr alle Parteien passt? Die Sch\u00fcler*innen sind in der Schule, um etwas zu lernen und sich f\u00fcr ihre Zukunft vorzubereiten, doch es scheint als w\u00fcrde diese Sch\u00fcler*innen schwer irgendwo einen R\u00fcckhalt finden.<\/p>\n<p>Zuletzt sind noch die <strong>gesellschaftlichen Vorurteile<\/strong>, die diese Kinder und Jugendlichen betreffen. \u201eMein Kind schicke ich nicht auf diese Schule. Da sind viel zu viele Ausl\u00e4nder*innen, da kann mein\/e Sohn\/Tochter ja nichts lernen\u201c. S\u00e4tze wie diesen kennen wir alle sicher ganz genau, doch haben diese auch eine Berechtigung? <br \/>\nWie wir aus diesem Projekt gut erkennen k\u00f6nnen, ist es f\u00fcr Sch\u00fcler*innen aus Brennpunktschulen extrem hilfreich Kinder aus einem Gymnasium bei sich zu haben, mit denen sie lernen k\u00f6nnen. Wenn es mehr Projekte wie dieses geben w\u00fcrde, k\u00f6nnte man noch besser aufzeigen, welche Vorteile das f\u00fcr beide Parteien hat. Die Gymnasiast*innen k\u00f6nnen sehen, dass die NMS-Sch\u00fcler*innen vielleicht extrem dankbar sind \u00fcberhaupt eine Schule besuchen zu d\u00fcrfen, dass sie schwere Schicksalsschl\u00e4ge erleben mussten und sich in einem fremden Land mit einer fremden Sprache und Kultur ganz neu einleben m\u00fcssen. Andersrum k\u00f6nnen die NMS-Sch\u00fcler*innen erfahren, dass es Menschen gibt, die ihnen helfen wollen und, auch wenn unsere Kultur hier ganz anders ist, dass neue Freundschaften entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein bisschen mehr Miteinander und F\u00fcreinander w\u00e4re in Situationen wie diesen wohl angemessener als ein Gegeneinander.<\/p>\n<p>Zum Abschluss sollte das <strong>Schulsystem in \u00d6sterreich<\/strong> n\u00e4her beleuchtet werden. Dabei sollten aber nicht nur kritische Punkte er\u00f6rtert werden, sondern auch Versuche dargelegt werden, wie man nach einer ann\u00e4hernden Gerechtigkeit streben k\u00f6nnte. Weiter oben wurde sich genauer dem gesellschaftlichen Aspekt bzw. Faktor gewidmet, welcher hier \u2013 zwar nicht vollends, aber doch ein St\u00fcck weit \u2013 in den Hintergrund gestellt werden sollte. Denn \u00fcberwiegend wird der Fokus auf das System Schule gelegt.<\/p>\n<p>Dabei ist dieses System, wie wir es in \u00d6sterreich vorfinden, gepr\u00e4gt von <strong>Early Tracking<\/strong> und einer Vielfalt an schulischen \u00dcberg\u00e4ngen (Steiner et al., 2016). Unter dem Anglizismus Early Tracking (tritt im bildungswissenschaftlichen Kontext oft auch als \u201eStreaming\u201c auf) versteht Kate Barrington (2020) folgendes:<\/p>\n<p><em>\u201e[\u2026], tracking is a system in which students are divided into classes based on their overall achievement. Students are ranked as being average, normal, or below average and they are divided into classes with students of the same achievement level.\u201d <\/em><\/p>\n<p>Dementsprechend l\u00e4sst sich eine gewisse Parallele zu den Leistungsgruppen erkennen, obwohl die Hauptschule 2012 von der (damals) Neuen Mittelschule als Regelschule abgel\u00f6st wurde und 2015 endg\u00fcltig von der Bildfl\u00e4che verschwunden ist. Wieso sprechen viele Expert*innen noch von dem Streaming, wenn doch alle Sch\u00fcler*innen gemeinsamen Unterricht im Klassenverbund angeboten bekommen und nicht mehr nach Leistungen voneinander separiert werden?<\/p>\n<p>Dies liegt unseres Erachtens daran, dass die Theorie nicht der Praxis entspricht. Denn an konservativen Schulen wird durchaus noch das Early Tracking vollzogen, indem eine der beiden Lehrpersonen mit dem leistungsschw\u00e4cheren Teil der Schulklasse eine andere R\u00e4umlichkeit aufsuchen und den Unterricht somit getrennt fortf\u00fchrt. Daher l\u00e4sst sich eine gewisse Pseudo-Integration sozio\u00f6konomisch schlechter gestellter Sch\u00fcler*innen innerhalb der Mittelschule pauschal nicht abstreiten bzw. leugnen.<\/p>\n<p>Um nun auf den anderen Aspekt zu kommen, den Steiner mit den vielf\u00e4ltigen, schulischen Wechseln\/ \u00dcberg\u00e4ngen anspricht, sollte die <strong>AHS Unterstufe<\/strong> erw\u00e4hnt werden. Der gymnasiale Schultyp der Sekundarstufe I sorgt f\u00fcr einen weiteren Faktor der Ungleichheit im Schulsystem (Gerhartz-Reiter, 2018). Diese Schulform besuchen in der Regel Sch\u00fcler*innen, deren sozio\u00f6konomischer im oberen Sektor einzustufen ist. Um von der Primarstufe in die AHS Unterstufe \u00fcberzutreten, ben\u00f6tigt man die von der Volksschule genehmigte Gymnasialreife. Ohne diesem Attest schafft man den Sprung sonst nur \u00fcber zus\u00e4tzliche H\u00fcrden, wie bspw. verschiedenste Leistungs- und Aufnahmetestungen. Dies bedeutet, dass bereits in der vierten Schulstufe eine folgenreiche Segregation stattfindet. Denn, wie Gerhartz-Reiter auch schildert und mit Daten untermauert, schafft ein h\u00f6herer Prozentsatz an Sch\u00fcler*innen den \u00dcbertritt von der AHS Unterstufe in die AHS Oberstufe als ihre Kolleg*innen, die die Mittelschule absolvierten. Der Grundstein f\u00fcr eine angestrebte akademische Ausbildung wird demnach bereits in der Volksschule gelegt.<\/p>\n<p>Doch nun ist bekannt, dass in \u00d6sterreich viele Familien leben, deren <strong>sozio\u00f6konomischer Status<\/strong> schlechter gestellt ist und es daher gleicherma\u00dfen auch an kulturellem als auch an finanziellem Kapital fehlt, um den eigenen Kindern eine gleich gute\/ hohe Ausbildung zu erm\u00f6glichen. Ein wichtiger Faktor, der dabei eine nicht unwesentliche Rolle einnimmt, ist in der Halbtagsschule begr\u00fcndet. Bis fr\u00fch nachmittags besuchen die Sch\u00fcler*innen die Schule und anschlie\u00dfend haben sie in ihrer Freizeit zu Hause verschiedenste Aufgaben, wie Haus\u00fcbungen, Vorbereitungen, Lernen, etc., zu erledigen. Bei einem m\u00f6glichst bildungsnahen Haushalt stellt das \u00fcblicherweise keine allzu gro\u00dfen Herausforderungen dar, da die Schulkinder auf die Unterst\u00fctzung ihrer (gebildeten) Eltern vertrauen und bauen k\u00f6nnen. Anders sieht es nun hingegen bei bildungsfernen Eltern bzw. bei Eltern aus, die tags\u00fcber (teilweise auch mehreren) Berufen nachgehen, um ihren Kindern \u00fcberhaupt Bildung erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen. Denn sie k\u00f6nnen ihren Kindern aus verschiedensten Gr\u00fcnden keine eigene und aber auch keine externe Hilfe (in Form von Nachhilfe bspw.) anbieten, da es die finanzielle Situation in den meisten F\u00e4llen nicht erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Um dieser Ungleichheit entgegenzusteuern w\u00e4re es unserer Meinung nach wichtig, die AHS Unterstufe allgemein zu \u00fcberdenken und das halbt\u00e4gige Schulsystem in ein ganzt\u00e4giges umzustrukturieren. Das Konzept der <strong>Ganztagsschule<\/strong> stellt zum einen eine gleiche Betreuungsm\u00f6glichkeit durch ausgebildetes Lehrpersonal sicher und zum anderen sollte es auch in soziale Aspekte eingreifen, wie Braun &amp; Wetzel in ihrem Artikel berichten (2008). Das bedeutet Kinder bzw. Jugendliche, die sich aufgrund verschiedenster Merkmale von der Gesellschaft ausgegrenzt f\u00fchlen, sollten durch vielf\u00e4ltige Ans\u00e4tze und Angebot in die (Schul-)Gemeinschaft inkludiert werden. Am besten veranschaulicht das jenes Projekt, das im Rahmen einer Dokumentation des ORF vorgestellt wurde. Sch\u00fcler*innen aus der Haupt- bzw. Mittelschule, die fast ausschlie\u00dflich von Kindern mit Migrationshintergr\u00fcnden besucht wurde, einen Peer aus einem Gymnasium zugeteilt. Das Ergebnis, das daraus resultierte: Es wurden Freundschaften geschlossen, die Jugendlichen gewannen einen Eindruck \u00fcber die Lebensverh\u00e4ltnisse ihrer Peer-Buddys und konnten auch zuvor bestehende Klischees bzw, Vorurteile ausr\u00e4umen. Die Jugendlichen erg\u00e4nzten und unterst\u00fctzten sich gegenseitig, was im Prinzip best\u00e4tigt, dass an diesem segregativen Schulsystem, wie es derzeit besteht, nicht festgehalten werden darf. Die einzig negative Begleiterscheinung w\u00e4re \u2013 aus der Perspektive der Politik wohlgemerkt \u2013 dass eine leistungsorientierte, \u201eelit\u00e4re\u201c Sch\u00fcler*innenschaft damit so gut wie wegfallen w\u00fcrde, da auf das individuelle Wohl aller geachtet werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px\">Autoren: Brenner Katharina, Gillich Hannes, Huemer Marcel (Redaktionsgruppe C)<\/span><\/p>\n<h1><span style=\"font-size: 20px\">Literatur-\/ Quellenverzeichnis<\/span><\/h1>\n<p>Braun, KH. &amp; Wetzel, K. (2008): Ganztagsschule und Soziale Arbeit in \u00d6sterreich.\u00a0<em>Sozial Extra<\/em>\u00a032,\u00a0S. 32\u201335.<\/p>\n<p>Gerhartz-Reiter, S. (2019): Bildungsungleichheit und vorzeitiger Bildungsausstieg, in: Quenzel, G. &amp; Hurrelmann, K. (Hrsg.), <em>Handbuch Bildungsarmut<\/em>. Wiesbaden. S. 523-546.<\/p>\n<p>Barrington K. (2020): <em>The Pros and Cons of Tracking in Schools<\/em>, online unter: <a href=\"https:\/\/www.publicschoolreview.com\/blog\/the-pros-and-cons-of-tracking-in-schools\">https:\/\/www.publicschoolreview.com\/blog\/the-pros-and-cons-of-tracking-in-schools<\/a> [Zugriff: 21.01.2022].<\/p>\n<p>Steiner, M.\/Pessl, G.\/Bruneforth, M. (2016): Fr\u00fcher Bildungsabbruch \u2013 Neue Erkenntnisse zu Ausma\u00df und Ursachen. In: Bruneforth, M. (Hrsg.): Nationaler Bildungsbericht \u00d6sterreich 2015. Fokussierte Analysen bildungspolitischer Schwerpunktthemen. Band 2. Graz. S. 175\u2013 220.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"sharedaddy sd-sharing-enabled\"><div class=\"robots-nocontent sd-block sd-social sd-social-icon sd-sharing\"><h3 class=\"sd-title\">Teilen mit:<\/h3><div class=\"sd-content\"><ul><li class=\"share-twitter\"><a rel=\"nofollow noopener noreferrer\" data-shared=\"sharing-twitter-2545\" class=\"share-twitter sd-button share-icon no-text\" href=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/?p=2545&amp;share=twitter\" target=\"_blank\" title=\"Klick, um \u00fcber Twitter zu teilen\"><span><\/span><span class=\"sharing-screen-reader-text\">Klick, um \u00fcber Twitter zu teilen (Wird in neuem Fenster ge\u00f6ffnet)<\/span><\/a><\/li><li class=\"share-facebook\"><a rel=\"nofollow noopener noreferrer\" data-shared=\"sharing-facebook-2545\" class=\"share-facebook sd-button share-icon no-text\" href=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/?p=2545&amp;share=facebook\" target=\"_blank\" title=\"Klick, um auf Facebook zu teilen\"><span><\/span><span class=\"sharing-screen-reader-text\">Klick, um auf Facebook zu teilen (Wird in neuem Fenster ge\u00f6ffnet)<\/span><\/a><\/li><li class=\"share-email\"><a rel=\"nofollow noopener noreferrer\" data-shared=\"\" class=\"share-email sd-button share-icon no-text\" href=\"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/schuleundgesellschaft\/?p=2545&amp;share=email\" target=\"_blank\" title=\"Klick, um dies einem Freund per E-Mail zu senden\"><span><\/span><span class=\"sharing-screen-reader-text\">Klick, um dies einem Freund per E-Mail zu senden (Wird in neuem Fenster ge\u00f6ffnet)<\/span><\/a><\/li><li class=\"share-end\"><\/li><\/ul><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergrund f\u00fcr diese Diskussion liefert der \u201eThema Spezial\u201c Beitrag am ORF2 mit dem Titel \u201eEin Schulversuch in \u00d6sterreich\u201c. 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