{"id":241,"date":"2019-07-31T12:19:19","date_gmt":"2019-07-31T10:19:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/selbstvertrauen\/?p=241"},"modified":"2022-01-25T17:52:39","modified_gmt":"2022-01-25T16:52:39","slug":"autoritaet-macht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/selbstvertrauen\/2019\/07\/31\/autoritaet-macht\/","title":{"rendered":"Autorit\u00e4t &#038; Macht"},"content":{"rendered":"<p>Autorit\u00e4t, im Sinne von Autorisierung (Bevoll-<em><strong>m\u00e4chtig<\/strong><\/em>-ung), ist unmittelbar mit Macht (was vermag ich zu tun) verkn\u00fcpft. Das Machtvolumen ist abh\u00e4ngig von der Art meiner Funktion (z.B. Leitungsfunktion), der eingenommenen sozialen Rolle und der damit verbundenen aktuellen Situation. Macht und Autorit\u00e4t realisiert sich so auf fachlicher, formaler, instrumenteller und personaler Ebene.<\/p>\n<p><em><strong>Fachliche Autorit\u00e4t &amp; Macht<\/strong><\/em> &#8211; darunter versteht man Fachkenntnisse und Know-how etc. Diese Form der Autorit\u00e4t kann man sich selbst aneignen und ist aufgrund wahrnehmbarer Verhaltensweisen und Kenntnisse eine unumst\u00f6\u00dfliche Tatsache. Hier gr\u00fcndet Macht auf fachlichen Kompetenzen. In der Literatur wird auch von Expertenmacht gesprochen (vgl. Ruch Zimbardo, 1974).<\/p>\n<p><strong><em>Formale Autorit\u00e4t &amp; Macht<\/em><\/strong> &#8211; Die auf eine Funktion begr\u00fcndete Autorit\u00e4t wird durch den formalen Akt begr\u00fcndet. D.h., man wird Abteilungsleiter!n, Mitarbeiter!n usw. und bekommt kraft seiner Funktion ein formal bestimmtes Ma\u00df an Macht\/Autorit\u00e4t. Die damit betraute Person kann so in einem bestimmten Rahmen unabh\u00e4ngig von ihrer fachlichen Kompetenz Macht aus\u00fcben und hat damit formale Autorit\u00e4t. Die formale Autorit\u00e4t kann auch als Macht der Instanz bezeichnet werden und steht i.d.R. mit der sogenannten Informationsmacht in unmittelbarer Verbindung (vgl. ebd.).<\/p>\n<p><strong><em>Instrumentelle Autorit\u00e4t und Macht<\/em><\/strong> &#8211; Diese Form der Autorit\u00e4t geht meist mit formeller\/funktioneller Autorit\u00e4t einher. Sie gibt einer Person das Recht zu sanktionieren (z.B. Strafen und Loben), K\u00fcndigungen auszusprechen usw. Dies wird als Sanktionsmacht bezeichnet. Die instrumentelle Macht wird bei Ruch &amp; Zimbardo (ebd.) auch als Macht der Konsequenz bezeichnet und trifft sinngem\u00e4\u00df auf Attribute wie Strafe, Belohnung, Zwang u.\u00e4. zu.<\/p>\n<p><strong><em>Pers\u00f6nliche Autorit\u00e4t und Macht<\/em><\/strong> &#8211; Hier steht das Person-, Mensch-sein an sich zur Disposition. Zum Tragen kommen hier Merkmale wie Integrit\u00e4t, Seniorit\u00e4t, Loyalit\u00e4t usw. Diese Form von Autorit\u00e4t und Macht wird einem von anderen Menschen zuerkannt und gr\u00fcndet auf Begegnung\/Encounter und Vertrauen. Kein Mensch kann diese von einem anderen Menschen einfordern, mit der Gew\u00e4hr diese auch zu erhalten. Es geschieht durch einen freiwilligen Akt jemanden personale Autorit\u00e4t zuzuerkennen und diesen Anderen auf diesem Weg mit Macht auszustatten.<\/p>\n<p>Mit dem Ausma\u00df des zur Verf\u00fcgung stehenden <em>Machtvolumens ist immer auch Verant\u00adwort\u00adung verbunde<\/em>n, die es wahrzunehmen gilt. Verantwortung ist per se nicht \u00fcbertragbar, sie kann von einer Person nur \u00fcbernommen werden. Dies unterscheidet sich vom \u201ezur Ver\u00adantwortung gezogen werden\u201c, was sich auf formale und instrumentelle Macht st\u00fctzt. Bei Sprenger (2007) ist eine Definition von Macht nachzulesen, die sinngem\u00e4\u00df so lautet: Verantwortung ist die Form von Zust\u00e4ndigkeit, die bei jemanden, f\u00fcr etwas, vor oder gegen\u00fcber jemanden und nach Ma\u00dfgabe von bestimmten Beurteilungskriterien liegt. Weiters nennt Sprenger Kriterien f\u00fcr Verantwortung, die er prim\u00e4r in Bezug auf Selbstverantwortlich\u00adkeit nennt: a) autonomes und freiwilliges Handeln (w\u00e4hlen k\u00f6nnen); b) ein initiatives und engagiertes Handeln (wollen) und c) ein kreatives und sch\u00f6pferisches Handeln (agieren k\u00f6nnen).<\/p>\n<p><em>Verantwortungs\u00fcbernahme<\/em> ist nicht m\u00f6glich, wenn jemand nicht wei\u00df, was \u201egesollt\u201c ist und\/oder wenn diesem das notwendige \u201eK\u00f6nnen\u201c im Sinne von\u00a0 Handlungswissen oder \u201eK\u00f6nnen\u201c im Sinne der M\u00f6glichkeit, z.B. in einer bestimmten Situation so oder so zu handeln (vgl. ebd.), fehlt.<\/p>\n<p>Diese Darlegungen zum Thema Autorit\u00e4t bilden den Hintergrund zu weiterf\u00fchrenden Beitr\u00e4gen im Rahmen von Funktion, Rolle und Position, welche zusammen betrachtet ein hilfreiches Konzept f\u00fcr berufsbezogene Reflexion bilden.<\/p>\n<p>(J. Eisner, 2019)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorit\u00e4t, im Sinne von Autorisierung (Bevoll-m\u00e4chtig-ung), ist unmittelbar mit Macht (was vermag ich zu tun) verkn\u00fcpft. Das Machtvolumen ist abh\u00e4ngig von der Art meiner Funktion (z.B. Leitungsfunktion), der eingenommenen sozialen Rolle und der damit verbundenen aktuellen Situation. 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