{"id":345,"date":"2020-02-07T14:04:05","date_gmt":"2020-02-07T13:04:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/selbstvertrauen\/?p=345"},"modified":"2023-03-14T18:31:34","modified_gmt":"2023-03-14T17:31:34","slug":"was-gilt-als-leistung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.eisner-consulting.at\/selbstvertrauen\/2020\/02\/07\/was-gilt-als-leistung\/","title":{"rendered":"Was gilt als Leistung?"},"content":{"rendered":"<p>Leistung, etwas zu leisten, ist dem Wesen des Menschen tiefster Grund. Menschen wollen etwas leisten und sind mit Anstrengungsbereitschaft und Lust am Erfolg ausgestattet. Folgendes Beispiel: Ein Kind, das zu laufen lernt, hat einen unb\u00e4ndigen Leistungswillen, wird von seiner Umwelt in der Regel wohlwollend begleitet und in seinem Bem\u00fchen best\u00e4rkt und unterst\u00fctzt. Was hier angesprochen wird, pr\u00e4gt ganz wesentlich die Entwicklung eines Kindes. Lustvoll Lernen wollen, uns anstrengen und etwas leisten, ist uns sozusagen in die Wiege gelegt. Leitende Fragen dabei; was will ich leisten und, was kann ich leisten?<\/p>\n<p>Menschen sind grunds\u00e4tzlich motiviert und haben Gestaltungswillen. Betrachtet man die menschliche Entwicklung im Rahmen der schulischen Ausbildungsjahre, dann stellt man fest, dass dieser innere Antrieb zur Leistung stetig abnimmt. Leistung und was als Leistung anerkannt wird, entkoppelt sich zunehmend von der individuellen Entwicklung und damit verbundenen Neigungen und Interessen. Die zentralen Fragen f\u00fcr Leistung werden; was soll ich leisten und, was muss ich leisten? Damit w\u00e4chst die Erkenntnis, dass Liebe und Zuwendung davon abh\u00e4ngen, ob fremde Anforderungen erf\u00fcllt werden. Diese Erfahrung wird als Entfremdung vom Selbst bezeichnet, das hei\u00dft, eigene Bed\u00fcrfnisse und Voraussetzungen zum Lernen und Sich-Entwickeln spielen eine untergeordnete Rolle, werden abgewertet.<\/p>\n<p>Das, was ein Mensch daraus lernt, ist, er wird als wertvoll und liebenswert erkannt, wenn er sich den \u00e4u\u00dferen Normen f\u00fcgt und unterordnet. Die Schul- und Ausbildungszeit ist die Zurechtr\u00fcckung des einzelnen Menschen auf jene Verh\u00e4ltnisse, die in weiten Bereichen die moderne Arbeitswelt bestimmen. Dort gilt verk\u00fcrzt, wer produktiv ist, hat einen Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe und Wertsch\u00e4tzung. Kann das richtig sein? Hat das Recht auf ein w\u00fcrdevolles Leben, eine w\u00fcrdevolle Existenz, nicht jegliches Leben? Unterscheiden in Leistungstr\u00e4ger und nicht Leistungstr\u00e4ger, ein gef\u00e4hrliches Unterfangen, insbesondere aus dem Blickwinkel christlicher aber auch menschenrechtlicher Werte und Rechte.<\/p>\n<p>Dazu m\u00f6chte ich folgende \u00dcberlegung anstellen. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch, jede menschliche Existenz mit Charisma, was so viel wie Gnadengabe hei\u00dft, ausgestattet ist. Jeder Mensch hat seinen Platz und seine Aufgabe. Jeder Mensch kann mit seinen Talenten im Rahmen der Sch\u00f6pfung mitwirken. Das Schwache und Mindere hat im Zusammenspiel des Ganzen eine genauso hohe Bedeutung wie das scheinbar Starke und Wertvolle. So hat jeder Mensch ein Anrecht auf hinreichende Versorgung mit G\u00fctern und ein menschlich ausreichendes Ma\u00df an Wohlstand.<\/p>\n<p>Damit will ich einem verk\u00fcrzten Begriff von Leistung und unmenschlichen Leistungsstreben entgegen reden. Leistung muss im Verh\u00e4ltnis zu den vorhandenen Talenten gesehen werden. Wenn jemand mit besonderen Eigenschaften und F\u00e4higkeiten beschenkt ist, dann kann er in bestimmten Angelegenheiten mehr leisten als andere. Es ist seine Verantwortung, diese Talente zu seinem und zum Wohle aller zu nutzen. Gleichnishaft wird dies auch im Evangelium nach Math. 25, 14-30 oder Luk. 19, 12-27 besprochen. Die Fragen lauten; was will ich leisten, was kann ich leisten und, was vermag ich zu leisten (i.S. wo sind meine Grenzen)?<\/p>\n<p>Das, was heute die Menschen im Rahmen einer Leistungsgesellschaft erleben, schlie\u00dft vieles an menschlichen Leistungen aus. Dieses Ausschlie\u00dfen erfolgt meist in der Form, dass bestimmten Leistungen kein oder ein minderer Wert beigemessen wird. Oft bleibt dabei das Humane, das menschliche Ma\u00df auf der Strecke.<\/p>\n<p>In diesem Sinne m\u00f6chte ich dazu ermuntern, Leistung auch im Unscheinbaren und dem vordergr\u00fcndig Nutzlosen zu suchen und zu w\u00fcrdigen. Auch die Schwachen und vermeintlich Nutzlosen liefern ihren angemessenen Beitrag zum Ganzen.<\/p>\n<p>Autor: Josef Eisner (2020)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leistung, etwas zu leisten, ist dem Wesen des Menschen tiefster Grund. Menschen wollen etwas leisten und sind mit Anstrengungsbereitschaft und Lust am Erfolg ausgestattet. 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